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Zwei Personen betrachten ein CAD Objekt mit Hilfe von VR.

Daten zum Leben erwecken – mit Virtual Reality und CAD

Seit Urzeiten hält der Mensch seine Erlebnisse, Vorstellungen und Ideen in Form von Bildern fest. Zunächst mit Zeichnungen an Höhlenwänden, später mit Tinte auf Pergament und in Zeiten der Digitalisierung mit Computer, Maus und Tastatur. Das Bedürfnis, flüchtige Gedanken festzuhalten und sie für die Nachwelt verfügbar zu machen, hat sich also nie verändert. Die Möglichkeiten hingegen schon.

Von der Idee zum “Computer-aided design” (CAD)

Große Ideen fangen ganz klein an. Vielleicht mit einer einfachen Zeichnung auf einem simplen Whiteboard in einem unscheinbaren Meetingraum. Was uns dabei gar nicht bewusst ist: selbst dieses schnöde Whiteboard hat sich einmal jemand ausgedacht, mit Hilfe von Stift und Papier aufgezeichnet, weiterentwickelt und ab einem gewissen Reifegrad in eine CAD-Software überführt. Ob Gebäude, Möbel, Geräte oder Maschinen, nahezu alles, was uns im Alltag umgibt, wird heute mit einer CAD-Software modelliert, bevor es das Licht der Welt erblickt.

Ohne CAD-Systeme läuft in der Produktentwicklung gar nichts mehr. Die Grundlagen für die CAD-Technologie wurden Mitte der 1960er Jahre mit dem sogenannten IBM Drafting System geschaffen. (1) Die Technologie hat sich seither rasant weiterentwickelt. Es gibt immer mehr Gestaltungsmöglichkeiten, die weit über das hinaus gehen, was man vor einigen Jahren noch unter einer “CAD-Zeichnung” verstanden hat. Das Aufkommen des 3D-Drucks verleiht dem Fortschritt erneut Flügel und lässt den Markt für CAD-Anwendungen weiter wachsen.

3D-CAD-Modelle mit Virtual Reality visualisieren

CAD-Dateien werden üblicherweise am Monitor bearbeitet, auch wenn es sich dabei um ein 3D-Objekt handelt. Diese Darstellung ist freilich niemals realitätsgetreu, alleine schon aufgrund der Verzerrung der Proportionen auf einem Bildschirm. Um das Objekt genau zu begutachten, bedarf es also eines Prototypen. Und genau hier liegt das Problem: die Anfertigung eines physischen Prototypen ist ein zeit- und kostenintensiver Prozess, der die Geschwindigkeit von Produktentwicklungsprozessen limitiert. Selbst der 3D-Druck kann diese Nachteile nur zu einem kleinen Teil abfedern.

Hier kommt Virtual Reality ins Spiel: Durch eine Virtual-Reality-Anwendung lassen sich 3D-CAD-Modelle so realitätsgetreu darstellen, als stünden sie wirklich vor einem. Mittels VR-Prototyping lässt sich ein dreidimensionales CAD-Objekt detailliert begutachten. Mögliche Fehlerquellen lassen sich frühzeitig erkennen und ein physischer Prototypen ist zunächst nicht notwendig. Physische Prototypen werden erst dann gefertigt, wenn alle Details abgestimmt sind. Der Autobauer SEAT beispielsweise spart durch den Einsatz von Virtual Reality jeden zweiten Prototypen ein. (2)

Das volle Potenzial ausschöpfen – VR-Kollaboration dezentraler Teams

In global agierenden Unternehmen spielt die Kommunikation mit anderen Menschen eine entscheidende Rolle. Dezentralisierte Teams, die über mehrere Standorte hinweg arbeiten sowie die Einbindung interner und externer Stakeholdern sind hier Alltag. Um Missverständnisse zu vermeiden, sollten alle Beteiligten ein gemeinsames Verständnis über ein Konzept haben – gerade in der Produktentwicklung.

Im virtuellen Konferenzraum von WeAre besteht die Möglichkeit, verschiedene CAD-Formate zu importieren. Die Teammitglieder können 3D-Objekte von allen Seiten betrachten, Details besprechen und Informationen festhalten. Beispiele:

  • Die größe des Modells ist grenzenlos skalierbar.
  • Es ist dabei möglich, die Originalmaße abzumessen und anzuzeigen.
  • Die Explosionszeichnung macht alle Einzelteile sichtbar.
  • Einzelne Teile lassen sich markieren, ausblenden und herausnehmen.
  • Der Röntgenblick macht Schichten und Querschnitte sichtbar.
  • Notizen und Sprachmemos lassen sich leicht an das Modell heften, um die Besprochenen Inhalte fest zu halten.

Die festgehaltenen Änderungen werden dann wie gewohnt mit der bestehenden CAD-Software eingearbeitet. So greifen die gegebenen Möglichkeiten ineinander und schaffen eine gute Grundlage für eine fruchtbare und effiziente Zusammenarbeit.

Quellen:

(1) https://en.wikipedia.org/wiki/Computer-aided_design

(2) https://www.seat.de/ueber-seat/news-events/unternehmen/seat-virtual-reality.html

 

WeAre schreibt zu Zusammenarbeit in VR
written by
Bernhard Schaefermeyer & David Frühauf
Bernhard war verantwortlich für die Recherche, die redaktionelle Arbeit und den Rohentwurf. David überführte den Text in die endgültige Fassung.