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Ein Jahr Grenzen überwinden mit WeAre

WeAre ist als Projekt im Innovation Hub von innogy entstanden und im Oktober 2017 als eigenständige GmbH ausgegründet worden. Die Gründer – Maximilian Noelle und Marvin Tekautschitz – beschäftigten sich seinerzeit mit der Frage, wie die Mobilitätskonzepte der Zukunft aussehen werden. Ihre Erkenntnis: die erstrebenswerteste Form der Mobilität besteht darin, gar nicht erst reisen zu müssen, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. So kristallisierte sich die Idee des Virtual-Reality-Konferenzsystems heraus.

Virtual Reality – Wer braucht schon den Hyperloop?

Auch die Mitarbeiter des Innovation Hub standen vor der Herausforderung, weltweit über mehrere Standorte hinweg zusammenarbeiten und dafür teure und zeitaufwändige Geschäftsreisen auf sich nehmen zu müssen. Denn bestehende Lösungen – wie Telefon- oder Videokonferenzen – haben ein sehr begrenztes Anwendungsgebiet. Bei einer Videokonferenz sieht man seine Gesprächspartner zwar, doch die Teilnehmer nehmen schnell eine passive Haltung ein. Schon nach kurzer Zeit schweifen die Gedanken ab und eine Ermüdung tritt ein.

Die Lösung für dieses Problem bestand in den zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten, welche Virtual Reality bietet. Die Menschen kommen im virtuellen Raum zusammen und fühlen sich so, als wären sie wirklich vor Ort. In der Software von WeAre können sie mit interaktiven Whiteboards, virtuellen Klebezetteln und 3D-Zeichnungen arbeiten. Für Produktentwicklungs-Teams sind die Funktionen zur Betrachtung und Bearbeitung von dreidimensionale CAD-Objekten besonders interessant. Denn auf die Anfertigung physischer Prototypen kann in vielen Fällen verzichtet werden, was eine große Zeit- und Kostenersparnis mit sich bringt.

Gaming-Experten entwickelten den Prototypen für WeAre

Unkonventionell ist nicht nur das Geschäftsmodell von WeAre, sondern auch die Entstehung des Prototypen der Software. Da Virtual Reality eine recht junge Technologie ist, sind Fachkräfte, welche auf der sogenannten Unity-Engine programmieren können, rar. Der erste Prototyp aus dem Jahr 2017 entstand deshalb in Zusammenarbeit mit Trotzkind – einem Berliner Unternehmen, welches sich vor allem mit Virtual-Reality-Gaming beschäftigt. Ein ziemlicher Glücksfall für WeAre, denn die Nutzerführung in der VR-Konferenz ist deshalb so intuitiv, weil sie dem VR-Gaming entlehnt wurde.

Der Prototyp und die Marktanalyse konnten die Entscheidungsgremien des Innovation Hub schließlich überzeugen, sodass der Grundstein für die Gründung der WeAre GmbH gelegt war. Die Software wurde mit zunächst zwei Entwicklern zur Marktreife gebracht, Vertrieb und Marketing aufgebaut, Partnerschaften geschlossen und an der Strategie gefeilt. Inzwischen beschäftigt WeAre fünfzehn festangestellte Mitarbeiter, rund die Hälfte davon in der Softwareentwicklung.

Die Achse Berlin–Bochum

Die beiden Gründer von WeAre haben sich im Innovation Hub in Essen kennengelernt und sind mit dem Ruhrgebiet verbunden. Da sie hier jedoch nicht die passenden Softwareentwickler gefunden haben und der Prototyp ohnehin in Berlin entstand, hatten sie kurzzeitig darüber nachgedacht, WeAre komplett in Berlin anzusiedeln. Doch die Nähe zu potenziellen Industriekunden ist in NRW einfach unschlagbar. Mit dem Bochumer Standort sind sie deshalb nach wie vor im Ruhrgebiet präsent.

Zwischen den Standorten gibt es eine klare Arbeitsteilung: Die Softwareentwicklung findet unter der Leitung von Maximilian Noelle in Berlin statt, das operative Geschäft mit Vertrieb, Marketing und Business Development wird von Marvin Tekautschitz in Bochum geleitet.

Im Oktober 2018 kamen die Berliner und die Bochumer Kollegen zu einem gemeinsamen Teamevent zusammen und feierten ihr einjähriges Bestehen. Die persönlichen Treffen finden bei WeAre mindestens zwei mal im Jahr statt. Denn auch wer über große Entfernungen hinweg zusammenarbeitet, sollte sich zumindest ab und zu persönlich sehen. Das stärkt die Beziehung, die eine wichtige Grundlage für eine dezentralisierte Teams darstellt.

Neue Version im November 2018

In Kürze erscheint eine neue Version von WeAre. Das Feedback von Kunden wurde systematisch eingearbeitet und die Benutzerführung deutlich weiterentwickelt. Der nächste große Entwicklungsschritt wird die Einführung einer sogenannten Internal-Server-Solution sein. Außerdem ist eine Anbindung an das Siemens PLM geplant. WeAre möchte im kommenden Jahr gesund wachsen und weitere qualifizierte Mitarbeiter einstellen, welche sich an den Kundenbedürfnissen ausrichten. Außerdem beteiligt sich WeAre an ausgewählten Projekten, die sich an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bewegen. Denn die Erforschung zukünftiger Arbeitsweisen ist eine essenzielle Grundlage zur Entwicklung digitaler Werkzeuge, welche helfen, sowohl räumliche, als auch mentale Grenzen zu überwinden.

WeAre schreibt zu Zusammenarbeit in VR
written by
Bernhard Schaefermeyer & David Frühauf
Bernhard war verantwortlich für die Recherche, die redaktionelle Arbeit und den Rohentwurf. David überführte den Text in die endgültige Fassung.