How To, Remote Meetings

Remote Meetings – Design-Reviews mit 3D-CAD-Daten

Ein Designprozess wird meist von vielen Meetings begleitet. CAD-Dateien werden erstellt, immer wieder überarbeitet und angepasst. Die ständigen Absprachen sind mitunter kompliziert und kosten Zeit. Eine Virtual-Reality-Konferenz kann hier Abhilfe schaffen. Die realistische Darstellung in der virtuellen Realität macht aus 3D-CAD-Dateien digitale Prototypen, die unmittelbar besprochen werden können.

Wie werden 3D-CAD-Entwürfe bisher besprochen?

Vielleicht kennen Sie das: Mehrere Kollegen sammeln sich in ein einem Raum, um gemeinsam eine 3D-CAD-Datei zu begutachten. Alle schauen auf den Monitor und einer hält die Computermaus in der Hand: “Drehe es mal so, die Ecke, nein so die Ecke, so das wir von links drauf schauen, nein etwas mehr neigen, ja so!” Nun stellen Sie sich vor, Sie müssen Kollegen und Stakeholder an anderen Standorten mit einbeziehen. Es gibt noch immer Unternehmen, die zu diesem Zweck PDF-Dateien versenden. Das ist leider die ungünstigste aller Möglichkeiten, denn die wenigsten Menschen können von einer 2D-Zeichnung auf ein 3D-Objekt schließen.

In einer Videokonferenz können Sie zumindest Ihren Bildschirm teilen und das Objekt aus verschiedenen Perspektiven präsentieren. Für einfache Abstimmungen ist das durchaus eine Möglichkeit, nicht jedoch bei komplexeren Aufgabenstellungen. Denn oft treffen Menschen mit unterschiedlichen Professionen zusammen. Jemand der täglich mit CAD-Daten arbeitet, kann ein CAD-Modell sehr viel leichter erfassen, als beispielsweise ein fachfremder Kunde oder ein Kollege aus dem Marketing. Das führt nicht selten zu Missverständnissen.

Virtual Reality kann diese Kommunikationslücke schließen, denn im virtuellen Raum werden 3D-CAD-Daten wie reale Objekte wahrgenommen. Dadurch werden Daten greifbar. Sie werden “verstanden”. Darüber hinaus stärkt das gemeinsame Arbeiten in VR-Räumen den Zusammenhalt im Team. Alle fühlen sich abgeholt und mitgenommen, die Beteiligten sehen genau, was passiert.

Wie läuft eine Design-Review in der VR ab?

Vorbereitung der Design Review

Nachdem Zweck und Ziel des Meetings definiert, Zeitpunkt und Dauer festgelegt und die Teilnehmer in den entsprechenden VR-Meetingraum eingeladen sind (siehe Artikel zur Vorbereitung von Remote Meetings), können Sie die entsprechende CAD-Datei über das Dashboard hochladen. Dazu wählen Sie einfach den entsprechenden Meetingraum und ziehen Ihre Daten per Drag & Drop in den Dateimanager. Um sicher zu gehen, dass das 3D-CAD-Objekt richtig angezeigt wird, wählen Sie sich vorab in den Meetingraum ein und ziehen die Datei in den Meetingraum.

Das Menü von WeAre in VR.

Falls erforderlich, können Sie das 3D-Objekt weiter aufbereiten, beispielsweise indem Sie Einzelteile einfärben. Lassen Sie das Objekt einfach geöffnet, wenn Sie den Raum wieder verlassen, damit diese Informationen für das nächste Treffen erhalten bleiben.

Durchführung einer Design-Review (anhand eines fiktiven Beispiels)

Ein Designer wurde von einem Spielzeughersteller beauftragt, eine Lokomotive für die Produktion zu entwerfen. Nach einem kleinen Check-In präsentiert er seinen 3D-CAD-Entwurf in der VR.

Präsentation einer CAD Datei in 3D
1.) Der Designer präsentiert seinem Kunden den Entwurf der Spielzeuglokomotive im Ganzen.
Explosionsmodus einer CAD Datei in VR
2.) Er zerlegt das Objekt in seine Einzelteile, um zu zeigen, aus welchen Bauteilen es besteht.
3.) Mit dem Messwerkzeug verdeutlicht er die Größenverhältnisse der Bauteile.
Einfärben einzelner Teile einer 3D CAD Datei in VR
4.) Einzelteile werden eingefärbt, um die spätere Farbgebung zu definieren.
Notizen anheften an 3D-CAD Daten in VR.
5.) Die Anmerkungen der TeilnehmerInnen werden in Form von Sprach- und Schriftnotizen festgehalten.
Bilder machen in VR
6.) Zum Schluss wird noch ein Foto vom 3D-Objekt mit den Notizen gemacht.
Whiteboard in VR
7.) Etwaige Notizen an den Whiteboards werden als Grafik exportiert.

Nachbereitung einer Design-Review

Das VR-Meeting ist abgeschlossen, der Entwicklungsprozess noch nicht. Im Nachgang sollten die besprochenen Inhalte, Bilder und Aufzeichnungen in einem Dokument gesammelt und allen Beteiligten zur Verfügung gestellt werden. Falls im Meeting Fragen offen geblieben sind, werden diese in ein Protokoll überführt, damit in der Zwischenzeit Lösungen gefunden werden können, die im nächsten Meeting besprochen werden.

Die Kommunikation darf auch zwischen den Meetings weiter gehen. Dafür braucht es nicht immer das gesamte Team, oft reicht dafür der kleine Dienstweg. Alle TeilnehmerInnen können jederzeit in den VR-Meetingraum zurückkehren, sich 3D-Objekte, Notizen und Zeichnungen ansehen. Ideen für die nächste Review können ausgetauscht und für die nächste Präsentation vorbereitet werden. So wird der VR-Raum zu einem lebenden Dokument, der das Team über den gesamten Produktentwicklungsprozess hinweg unterstützt.

WeAre schreibt zu Zusammenarbeit in VR
written by
Bernhard Schaefermeyer & David Frühauf
Bernhard war verantwortlich für die Recherche, die redaktionelle Arbeit und den Rohentwurf. David überführte den Text in die endgültige Fassung.

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